Par la fenêtre * Durch das Fenster * 1. Szene

 Hector, ein Advokat, freut sich auf sein Frühstück. Endlich einmal ganz in Ruhe, weil seine Frau ihn verlassen hat. Aber Emma, die Nachbarin von gegenüber, stört seine Ruhe mit einer besonderen Bitte. Sie hat ein sehr delikates Anliegen.

SZENE 1

HECTOR

Gedeckter Tisch, Stuhl, Fenster, Tür

DER VORHANG GEHT AUF. HECTOR MIT BART IN HEMDSÄRMELN UND WEISSER RÜSCHENSCHÜRZE HAT GERADE DEN TISCH GEDECKT

HECTOR: So, also! Für den Anfang! Gar nicht so schlecht! Ah! Ich bin sicher, wenn mich jemand mit meiner weißen Rüschenschürze und meinem Bart sieht, der würde sofort denken, ich wäre ... Nein, überhaupt nicht! Ich bin Advokat! Ehrenwort! Ich bin das nicht Schuld. Mon Dieu, nein. Mama wollte das. Eines Tages, bei meiner Amme, ich war gerade acht Monate alt ... daran werde ich mich immer erinnern ... Mama, nachdem sie mich von oben bis unten angeschaut hatte ... rief aus: "Er wird Advokat!" Und nun bin ich Advokat ... bitte! Genauso habe ich geheiratet. Das war nicht meine Schuld! Mon Dieu! Nein ... auch das wollte Mama ... sie hat mir gesagt "Hier ist die Frau, die du brauchst." Ich habe "ja" gesagt und ich beklage mich nicht. Mein Frau sieht wirklich hübsch aus! ... aber sie ist eifersüchtig! So eifersüchtig, dass sie mir gestern Morgen eine fürchterliche Szene gemacht hat ... als ich Rose angesprochen habe ... unser Dienstmädchen. Ich habe ihr Anweisungen gegeben ... Am Abend, als ich meine Pantoffeln brauchte, habe ich hinter meiner Frau vorbei der Rose gesagt: "Holen Sie meine Pantoffeln!!!" So sollte meine Frau nicht mitkriegen, dass ich Rose zublinzelte. Oh weh! Ist sie da böse geworden. Sie sagte, dass ich Anweisungen vor ihren Domestiken gebe! Dann ist sie zum Schlafen zu ihrer Mutter gegangen - nachdem sie Rose raus geworfen hatte. Also, bin ich seit gestern Abend alleine im ehelichen Domizil. Allein, aber immer unter der Kontrolle von Madame Klatschbase, die Mieterin von unten. Die sagt meiner Frau immer Bescheid: Wenn ich gegangen bin, welche Besucher ich empfangen habe usw. usw. 

(ZUM BODEN)

Ja, regen Sie sich nur auf! Was Madame Klatschbase? Ich habe niemanden empfangen und ich bin nicht weggegangen.

(GEHT ZUM TISCH)

Und jetzt das Frühstück ... Das Frühstück ohne meine Frau! Egal! ... Ich liebe sie, ich bete sie an! Ich würde mein Leben für sie geben ... Aber ich will nicht vor Hunger sterben ... Wenn man gut frühstückt, kann man nicht mehr vor Hunger sterben. 

(ES KLINGELT)

Oh! Die Klingel! Wer könnte das sein? Ich erwarte niemanden.

(NOCH EINMAL DIE KLINGEL)

Oh! Das ist meine Frau. Das erkenne ich an der Klingel. 

(ES KLINGELT WEITER)

Ja! Ja!

(AB)

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